Qwen 3.7 Max vs GPT 5.5 — Mareike (soloselbstständig) × BSW
Zwei Modelle direkt nebeneinander — Δ zeigt, wie stark das Urteil vom Modell abhängt.
fiktive Persona – keine reale PersonDivergenz der Modelle: nahezu einig?
Das Programm bietet Mareike mit der Reform der Künstlersozialkasse, der Bürgerversicherung und dem Bürokratieabbau direkte Antworten auf ihre größten existenziellen Nöte als Soloselbstständige. Gleichzeitig stoßen die konservativen bis rechtspopulistischen Positionen in der Migrations- und Gesellschaftspolitik sowie die pauschale Abwertung zivilgesellschaftlicher Projekte ihr liberal-progressives Weltbild massiv ab. Diese Zerrissenheit zwischen ökonomischer Hoffnung und kultureller Alienation führt zu einer ambivalenten Gesamtbewertung.
👍 Besonders gut
Wenn ich krank werde oder die Aufträge wegbleiben, fange ich keinen Schutz auf. Dass die KSK endlich reformiert und Altersarmut bei Kreativen thematisiert wird, ist für mich ein absoluter Lichtblick.
Mareike sorgt sich als Soloselbstständige massiv um ihre Altersvorsorge und die Absicherung bei Verdienstausfällen. Das explizite Bekenntnis zur Reform der KSK und zur Stärkung freier Akteure trifft den Kern ihrer existenziellen Hoffnungen.
Als Selbstständige zahle ich mich in der Flaute fast kaputt an die Krankenkasse. Ein System, in das alle solidarisch einzahlen, würde mir endlich die Angst vor dem finanziellen Absturz nehmen.
Die hohen und schwankenden Krankenversicherungsbeiträge belasten Mareike in umsatzschwachen Monaten stark. Eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, verspricht ihr eine fairere Lastenverteilung und mehr Sicherheit.
Ich verbringe viel zu viel Zeit mit Steuerzeug und Anträgen, statt zu designen. Ein echtes digitales Portal, wo ich alles an einer Stelle erledigen kann, wäre ein echter Gamechanger.
Mareike ist digital-affin, aber völlig genervt von der analogen Bürokratie und den komplexen Antragsverfahren der Behörden. Ein zentrales, digitales Portal würde ihren Arbeitsalltag als Ein-Frau-Unternehmen spürbar erleichtern.
Wir Kreativen werden oft als nettes Extra behandelt, das man bei Ebbe als erstes streicht. Zu hören, dass die freie Szene langfristige Perspektiven und verlässliche Strukturen braucht, gibt mir Hoffnung.
Die Kreativwirtschaft und freie Szene leiden oft unter Projektitis und unsicherer Finanzierung. Die Anerkennung der freien Szene als systemrelevant und die Aussicht auf langfristige Perspektiven sichern Mareikes berufliches Umfeld.
👎 Besonders schlecht
In meiner Blase leben und arbeiten wir völlig selbstverständlich divers. Diese starren Quoten und das Gerede von 'Ghettoisierung' stempeln Menschen ab und spalten, statt zu integrieren.
Mareike schätzt Offenheit und Diversität, besonders in der urbanen Kreativszene. Starre Quoten und die pauschale Problematisierung von Migrantenkindern widersprechen ihrem liberal-progressiven Menschenbild und ihrer Vorstellung einer inklusiven Gesellschaft.
Viele meiner Kolleginnen und Kollegen machen wichtige Bildungs- und Kulturprojekte über solche Töpfe. Wenn die jetzt alle unter Ideologie-Verdacht gestellt und abgewürgt werden, stirbt die freie Szene.
Als Kreative, die oft an der Schnittstelle von Kultur, Sozialem und politischer Bildung arbeitet, sieht Mareike in solchen Programmen wichtige Freiräume. Die pauschale Unterstellung, diese Projekte seien nur ideologische Ersatzparteien, bedroht die finanzielle Basis vieler freier Träger.
Dass Aufklärung über Identität und Sexualität jetzt als 'Ideologie' gebrandmarkt wird, ist einfach nur rückwärtsgewandt. Das schützt keine Kinder, das macht das Leben für queere Menschen nur härter.
Mareikes progressives Weltbild umfasst die Akzeptanz queerer Identitäten und diverser Lebensentwürfe. Die Abwertung von Aufklärung über Geschlecht und Sexualität als Ideologie empfindet sie als rückständig und feindselig gegenüber Minderheiten.
Mareike findet im BSW-Programm ungewöhnlich viele direkte Anknüpfungspunkte für ihre Lage: KSK-Reform, Kulturförderung, faire Honorare, Vorfinanzierung und digitale Unternehmensverwaltung sprechen ihre alltäglichen Risiken an. Kritisch bleibt für sie, dass das Arbeitskapitel insgesamt stark aus der Perspektive klassischer Beschäftigung argumentiert und manche kultur- oder zivilgesellschaftlichen Bereiche durch Kürzungs- und Kontrolllogiken enger werden könnten. Insgesamt überwiegen aus ihrer Perspektive die positiven, konkret belegten Punkte.
👍 Besonders gut
Genau da hänge ich doch: Wenn die KSK wackelt oder Verdienstausfälle nicht abgefedert werden, fällt mein ganzes Arbeitsmodell auseinander.
Mareike ist als soloselbstständige Kreative auf die Künstlersozialkasse und eine verlässliche Kranken- und Altersabsicherung angewiesen. Der Punkt trifft ihr zentrales Risiko: Krankheit, Flaute und Alter sind für sie keine abstrakten Sozialthemen, sondern Existenzfragen.
✓ belegt S. 40: „„Reform der Künstlersozialkasse“" — BSW-Wahlprogramm (beschlossen 07.03.2026) ↗
Ich will nicht jedes Jahr neu zittern, ob es überhaupt wieder Budgets gibt. Kreative Arbeit braucht mehr als kurzfristige Projektfenster.
Mareike lebt von projektförmiger Arbeit und kennt die Unsicherheit befristeter Förderlogiken. Langfristige Strukturen würden ihre Auftragslage und die ihrer Netzwerke stabilisieren.
Ich kann nicht monatelang in Vorleistung gehen und hoffen, dass irgendwann Geld kommt. Weniger Antragshölle wäre für mich echte Entlastung.
Für eine Soloselbstständige mit kaum Rücklagen ist Vorfinanzierung ein harter Ausschlussmechanismus. Der Vorschlag adressiert genau die Förderpraxis, an der kleine Kreative oft scheitern.
✓ belegt S. 41: „„Abbau bürokratischer Hürden“" — BSW-Wahlprogramm (beschlossen 07.03.2026) ↗
Ich habe keine Assistenz für Formular-Pingpong. Wenn Anträge und Nachweise an einem Ort laufen, bleibt mehr Zeit für Aufträge.
Mareike erledigt Buchhaltung, Akquise und Verwaltung allein. Ein einheitlicher digitaler Zugang würde ihren Zeitverlust durch verstreute Behördenwege und unklare Zuständigkeiten senken.
Förderung hilft mir nur, wenn ich sie auch verstehe und beantragen kann, ohne eine halbe Stelle Verwaltung dafür zu haben.
Mareike ist kein klassischer Industriebetrieb, aber als kleine digitale Kreativunternehmerin braucht sie verständliche Förderzugänge und Beratung. Der Punkt passt zu ihrer Kritik, dass Programme oft an den Kleinsten vorbeigehen.
Ein bezahlbarer Ort, an dem ich wohnen und arbeiten kann, wäre mehr wert als die nächste Hochglanz-Kreativkampagne.
Für Mareike sind bezahlbare Räume zugleich private Sicherheit und berufliche Infrastruktur. Wohn-Arbeits-Modelle können ihre Fixkosten senken und kreative Netzwerke in Sachsen-Anhalt stärken.
✓ belegt S. 89: „„Wohnraum und Atelier unter einem Dach“" — BSW-Wahlprogramm (beschlossen 07.03.2026) ↗
Wenn ich Workshops gebe, ist das professionelle Arbeit und kein Hobby. Faire Honorare sind nicht Luxus, sondern Miete und Krankenversicherung.
Mareike kann neben Design- und Contentaufträgen auch Workshops, Lehre oder kulturelle Bildungsarbeit übernehmen. Faire Honorare und Standards sind für sie wichtig, weil freie Arbeit sonst schnell zur schlecht bezahlten Lückenfüllung wird.
✓ belegt S. 40: „„Freie Lehrkräfte brauchen faire Honorare“" — BSW-Wahlprogramm (beschlossen 07.03.2026) ↗
👎 Besonders schlecht
Tarifbindung ist gut, aber ich habe keinen Betriebsrat und keinen Tarifvertrag. Meine Lücke wird damit nicht geschlossen.
Mareike teilt das Ziel fairer Arbeit, aber ihre eigene Lage ist nicht die einer tarifgebundenen Beschäftigten. Sie würde vermissen, dass soziale Absicherung, Krankheitsphasen und Auftragsflauten für Solo-Selbstständige systematisch geregelt werden.
Für viele von uns sind Medienprojekte echte Aufträge. Wenn da einfach Sparten und Formate wegfallen, trifft das nicht nur Intendantengehälter.
Mareike arbeitet im Content- und Kreativbereich und sieht öffentlich finanzierte Medien auch als Auftraggeber und Kulturinfrastruktur. Eine pauschale Reduktion von Unterhaltung und Spartensendern könnte aus ihrer Sicht kreative Auftragsfelder verengen.
Ich will nicht, dass Vielfalt in Schulen und Projekten ständig als Ideologie etikettiert wird. Offenheit braucht nicht immer erst eine Abwehrgeste.
Mareike ist liberal-progressiv und legt Wert auf Offenheit. Die Formulierung wirkt auf sie so, als könnten queere Bildungs- und Beratungsangebote unter Ideologieverdacht geraten, auch wenn das Programm gleiche Rechte zugleich betont.
Transparenz ja, aber bitte nicht jede kleine Initiative behandeln, als würde sie heimlich Politikfinanzierung betreiben. Das frisst wieder die Kleinen.
Mareike versteht den Wunsch nach Transparenz, aber ihr Umfeld hängt oft an Vereinen, Initiativen und Kulturprojekten. Eine stark misstrauische Förderlogik könnte aus ihrer Sicht neue Prüf- und Rechtfertigungslasten schaffen, gerade für kleine Träger.
✓ belegt S. 15: „„Gemeinnützigkeit klar und eng definieren“" — BSW-Wahlprogramm (beschlossen 07.03.2026) ↗