Grok 4.3 vs Claude Sonnet 4.6 — Mareike (soloselbstständig) × BSW
Zwei Modelle direkt nebeneinander — Δ zeigt, wie stark das Urteil vom Modell abhängt.
fiktive Persona – keine reale PersonDivergenz der Modelle: nahezu einig?
Mareike findet im Programm klare Anknüpfungspunkte bei der Absicherung von Kreativschaffenden und Bürokratieabbau, die ihre prekäre Soloselbstständigkeit direkt betreffen. Gleichzeitig bleiben zentrale Steuer- und Beitragsfragen für Kleinste ungelöst, sodass die Resonanz insgesamt moderat positiv ausfällt.
👍 Besonders gut
Endlich wird meine KSK-Situation ernst genommen – da habe ich jahrelang drauf gewartet.
Mareike ist als Soloselbstständige in der KSK versichert und leidet unter unzureichender Absicherung bei Krankheit und Alter. Die explizite Reformforderung trifft ihre existenzielle Sorge direkt.
Weniger Formulare, weniger Fristenstress – endlich mal was Praktisches für Leute wie mich.
Mareike kämpft mit komplexen Anträgen, Vorauszahlungen und Formularen, die ihre knappe Zeit fressen. Ein zentrales Unternehmensportal mit medienbruchfreien Verfahren würde ihre Alltagslast spürbar senken.
Wenn die Szene gefördert wird, kommen auch für mich wieder mehr Jobs.
Mareike lebt von Aufträgen aus dem Kultur- und Kreativbereich. Verlässliche Förderstrukturen sichern indirekt ihre Auftragslage und schaffen Planungssicherheit.
👎 Besonders schlecht
Klingt gerecht, aber bei mir bleibt trotzdem alles gleich teuer und kompliziert.
Mareike verdient im Jahresmittel niedrig und schwankend; die Forderung nach höherer Belastung von Vermögenden und hohen Einkommen ändert nichts an ihrer eigenen Beitrags- und Steuerlast als Kleinste.
✓ belegt S. 35: „Wer mehr hat, soll mehr beitragen" — BSW-Wahlprogramm (beschlossen 07.03.2026) ↗
Das BSW-Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt enthält einige direkt relevante Ansätze für Mareika: Die explizite Forderung nach einer Reform der Künstlersozialkasse und langfristigen Perspektiven für die freie Szene treffen ihre Kernbedürfnisse als Soloselbständige im Kreativbereich. Positiv wirken auch die angestrebte Bürgerversicherung und die Steuerfreiheit kleiner Einkommen. Dem gegenüber steht die Tariftreue-Klausel, die Soloselbständige systematisch von öffentlichen Aufträgen ausschließt, sowie ein wirtschaftspolitisches Kapitel, das soziale Absicherung fast ausschließlich im Rahmen von Arbeitnehmerrechten denkt – die wachsende Gruppe der Soloselbständigen bleibt strukturell unterversorgt.
👍 Besonders gut
Endlich redet mal jemand Klartext über die KSK. Ich zahle da ein, verlasse mich drauf – und jetzt soll das reformiert werden, damit Verdienstausfälle besser abgefedert sind. Das wäre für mich ein echter Unterschied.
Die explizite Forderung nach einer KSK-Reform trifft Mareikas zentrales Absicherungsproblem direkt. Als KSK-Mitglied ist sie auf funktionierende und stabile Strukturen angewiesen; das BSW benennt konkret die KSK-Reform als Ziel und den besseren Schutz vor Verdienstausfällen. Allerdings bleiben die Einzelmaßnahmen vage formuliert.
Projekte enden, Förderungen laufen aus, dann ist wieder Leere. Wenn Kulturstiftungen echte Planungssicherheit bringen würden, könnte ich endlich langfristiger denken statt von Antrag zu Antrag zu hangeln.
Mareika lebt als Soloselbständige in der freien Kreativszene, die durch Projektarbeit und schwankende Auftragslage geprägt ist. Planungssicherheit durch Stiftungsmodelle würde ihr helfen, strukturell stabiler zu arbeiten. Das BSW erkennt die besondere Situation der freien Szene an, was in Wahlprogrammen dieser Art selten ist.
Manche Monate bin ich froh, wenn ich 1.500 Euro raushole – und dann soll ich davon auch noch Steuern vorausberechnen. Wenn bis 2.000 Euro steuerfrei wäre, würde ich in den schlechten Phasen wenigstens nicht auch noch das Finanzamt im Nacken haben.
Mareikas Einkommen schwankt stark; in schlechten Monaten liegt es oft unter oder um 2.000 Euro. Eine Steuerfreiheit für diese Einkommensbereiche würde in schwachen Phasen direkte Liquiditätsentlastung bringen und den Druck der Einkommensteuervorauszahlungen verringern.
Ich zahle meine Krankenversicherung komplett selbst, und für die Rente bleibt am Ende fast nichts übrig. Wenn wirklich alle einzahlen würden – auch Besserverdienende und Beamte – wäre das endlich fair für Leute wie mich.
Als Soloselbständige ist Mareika für Kranken- und Rentenversicherung vollständig selbst verantwortlich, mit hohen Beiträgen und dünner Absicherung. Eine echte Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, würde die Beitragslast verteilen und ihr auch im Alter eine solidarische Absicherung ermöglichen.
Ich kenn das: Man ahnt, dass man bestimmte Worte schreiben oder bestimmte Haltungen zeigen muss, damit der Antrag überhaupt gelesen wird. Wenn Förderung wirklich nur nach Qualität und Bedarf gehen würde, wäre das ein echter Fortschritt.
Mareika hat als freie Kreative Erfahrungen mit undurchsichtigen Förderstrukturen gemacht. Das BSW adressiert dieses strukturelle Problem direkt und fordert objektive, büroklatiearme Vergabekriterien ohne inhaltliche Loyalitätsanforderungen, was den Zugang für kleinere freie Akteure erleichtert.
👎 Besonders schlecht
Ich bin niemandes Angestellte – ich kann gar nicht tarifgebunden sein. Und jetzt soll ich auch noch von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden? Das ist das Gegenteil von Unterstützung für Leute wie mich.
Soloselbständige wie Mareika können definitionsgemäß keine Tarifbindung haben, da diese ein Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis voraussetzt. Diese Klausel schließt freie Kreative systematisch von öffentlichen Aufträgen aus, obwohl die BSW-Formulierung dem sozialen Schutz dienen soll. Für Mareika bedeutet das einen weiteren verschlossenen Zugang zu stabilen Einnahmequellen.
Schön, dass die das Problem kennen. Aber was hilft mir die Erkenntnis, wenn danach nichts Konkretes kommt? Ich warte nicht auf Diagnosen, ich brauche eine echte Lösung – und die suche ich hier vergebens.
Das Programm erkennt die mangelnde Absicherung von Selbständigen als Hemmnis für Gründungen an, entwickelt aber keine eigenen Maßnahmen, um dieses strukturelle Defizit zu beheben. Für Mareika als langjährige Soloselbständige ist die Diagnose ohne Therapie frustrierend – das Problem ist nicht neu, die Antwort fehlt weiterhin.
Auf Bundesebene einsetzen – das höre ich seit Jahren. Ich zahle hier und jetzt zu viel für zu wenig Schutz. Was macht das Land konkret für mich? Darauf gibt mir das Programm keine Antwort.
Das BSW überlässt die Lösung des drängenden Absicherungsproblems der Bundesebene. Für Mareika, die monatlich hohe Beiträge zahlt und trotzdem im Krankheitsfall oder bei Auftragsflaute kaum Schutz hat, ist eine Bundesratsinitiative kein greifbares Angebot. Sachsen-Anhalt hätte als Land keinen Durchgriff auf die Beitragsstruktur, und das Programm bietet keine landesspezifischen Überbrückungsmaßnahmen.