Gemini 3.1 Pro vs Claude Sonnet 4.6 — Mareike (soloselbstständig) × CDU
Zwei Modelle direkt nebeneinander — Δ zeigt, wie stark das Urteil vom Modell abhängt.
fiktive Persona – keine reale PersonDivergenz der Modelle: Konsens?
Mareike findet in dem Programm der CDU einige Lichtblicke, insbesondere beim geplanten Bürokratieabbau und der gezielten Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft, die ihr den Alltag erleichtern könnten. Gleichzeitig fühlt sie sich jedoch in grundlegenden existenziellen Fragen allein gelassen, da der starke Fokus auf Eigenverantwortung und klassische Großindustrie ihre Sorgen um soziale Absicherung und Altersvorsorge als Soloselbstständige ignoriert.
👍 Besonders gut
Ich falle ohnehin schon durch jedes Raster und verbringe gefühlt mehr Zeit mit Formularen als mit meiner eigentlichen Arbeit. Ein echter Stopp neuer Auflagen und weniger Berichte würden mir echt den Nacken freimachen.
Mareike ist als Soloselbstständige von administrativen Pflichten oft überfordert, da der Aufwand außer Verhältnis zu ihrer Betriebsgröße steht. Die geplante Reduzierung von Berichtspflichten kommt ihr direkt zugute und entlastet ihren Arbeitsalltag.
Wenn ich für jedes kleine Projekt wochenlang Papiere wälzen muss, bleibt die Kunst auf der Strecke. Dass die Anträge endlich digital und einfacher werden sollen, rettet mir extrem viel Zeit und Nerven.
Für Soloselbstständige in der Kulturszene sind komplexe Förderanträge eine massive Hürde, da sie keine Verwaltungsstrukturen im Hintergrund haben. Mareike profitiert direkt von entbürokratisierten und schnelleren Antragsverfahren, was ihr mehr Zeit für inhaltliche Arbeit lässt.
Oft wird meine Arbeit belächelt, aber hier wird die Kreativwirtschaft endlich als echte Zukunftsbranche bezeichnet. Wenn aus diesen Worten auch handfeste Startförderungen werden, hilft uns das enorm weiter.
Mareike ist in der Kreativwirtschaft tätig und freut sich über die explizite Wertschätzung ihrer Branche als Treiber für Innovation und Beschäftigung. Gezielte Startförderungen eröffnen ihr und Kolleg*innen potenziell neue unternehmerische Chancen.
👎 Besonders schlecht
Es geht immer nur um Chemie, Pharma und riesige Ansiedlungen. Meine Realität als digitale Soloselbstständige kommt als Wirtschaftsfaktor gar nicht vor – wir Kleinsten fallen wirtschaftspolitisch komplett durchs Raster.
Mareike vermisst in der industriepolitischen Ausrichtung die moderne Plattform- und Kreativökonomie. Die starke Konzentration auf traditionelle Großindustrie lässt sie als Soloselbstständige das Gefühl haben, wirtschaftspolitisch unsichtbar zu bleiben.
Eigenverantwortung klingt schön, bedeutet für mich aber nur: Wenn die Aufträge wegbleiben, habe ich einfach Pech gehabt. Ohne echte soziale Absicherung für Soloselbstständige nützt mir dieses Vertrauen in meine Leistung gar nichts.
Mareike leidet unter stark schwankenden Einkommen und einer dünnen Vorsorge. Die pauschale Betonung von Eigenverantwortung im Programm geht an ihrer Lebensrealität vorbei, da sie strukturell kaum Rücklagen aufbauen kann und auf soziale Absicherung angewiesen ist.
Ich kann jetzt schon kaum fürs Alter vorsorgen und habe null Absicherung. Wenn die politische Antwort darauf ist, dass ich als Rentnerin einfach noch mehr arbeiten soll, dann bedeutet das für mich schlichtweg Arbeiten bis zum Umfallen.
Da Mareike keine betriebliche Altersvorsorge hat und kaum Rücklagen bilden kann, ist eine drohende Altersarmut eine ihrer größten Sorgen. Der politische Ansatz, diesem Problem mit Mehrarbeit im Alter zu begegnen, weckt bei ihr Zukunftsängste.
Das CDU-Programm für Sachsen-Anhalt erkennt die Kreativwirtschaft als Zukunftsbranche an, plant Vereinfachungen bei Kulturförderungsanträgen und verspricht Urheberrechtsschutz im KI-Zeitalter - Punkte, die Mareikas Arbeitswelt direkt berühren. Für ihr zentrales Anliegen jedoch - soziale Absicherung als Soloselbstständige bei Krankheit, Auftragsflaute und im Alter - enthält das Programm keinerlei Antwort: KSK, freiwillige Altersvorsorge für Selbstständige und ein Krankengeldäquivalent werden mit keinem Wort erwähnt. Der CDU-Fokus liegt auf Industrieansiedlung und Großunternehmen; die Logik, dass Wirtschaftswachstum allen zugutekommt, blendet die strukturelle Schutzlosigkeit von Solo-Kreativen systematisch aus.
👍 Besonders gut
Endlich mal jemand, der sagt, was ich mache, ist keine Freizeitbeschäftigung - das ist eine Branche, die Wert schafft. Wenn da auch wirklich Geld für kreative Orte kommt, könnte das für mich und mein Netzwerk was bedeuten.
Das Programm erkennt explizit die Kreativwirtschaft als relevanten Wirtschaftszweig an und plant konkrete Startförderungen. Für Mareike als Designerin und Content-Creatorin ist diese Anerkennung ein positives Signal, auch wenn die Maßnahmen keine direkte soziale Absicherung bieten.
Das trifft es auf den Punkt. Ich hab letztes Jahr eine Förderung nicht eingereicht, weil der Aufwand größer war als der mögliche Gewinn. Wenn das einfacher wird, ist das ein echter Gewinn für mich.
Die CDU benennt ein reales Problem, das Kreative wie Mareike kennen: Förderanträge fressen Zeit und Ressourcen, die für die eigentliche Arbeit fehlen. Die Digitalisierung der Antragsverfahren könnte den Zugang zu Kulturförderung für Soloselbstständige spürbar erleichtern.
Ich lebe von Auftrag zu Auftrag - wenn der Steuersatz steigt, spüre ich das sofort in meinem Konto. Das ist eine der wenigen Zusagen, die mich direkt entlasten.
Bei schwankendem Einkommen ist jede Steuererhöhung für Soloselbstständige überproportional belastend, da sie nicht auf Rücklagen zurückgreifen können wie Angestellte. Das klare Nein zu Steuererhöhungen entspricht Mareikas Interesse an fiskalischer Planbarkeit.
✓ belegt S. 78: „„Steuererhöhungen lehnen wir ab.“" — CDU-Wahlprogramm (beschlossen 13.06.2026) ↗
Ich verbringe im Jahr locker ein bis zwei Wochen mit Papierkram - Steuer, Sozialversicherung, Fördernachweise. Wenn das wirklich einfacher wird, ist das fast wie eine Gehaltserhöhung für mich.
Soloselbstständige tragen den Bürokratieaufwand alleine, ohne Sekretariat oder Steuerbüro im Haus. Eine echte Vereinfachung von Behördengängen entlastet Mareike unmittelbar und gibt ihr Zeit für produktive Arbeit zurück.
Was passiert mit meinen Designs, wenn KI sie reproduziert und niemand mehr Original zahlen will? Wenn die wirklich Urheberrechte schützen, hätte das direkte Konsequenzen für mein Einkommen.
Das Urheberrecht ist für Kreative wie Mareike existenziell - KI-generierte Inhalte können ihre Arbeit entwerten. Die CDU-Position, Urheberrechte auch im KI-Zeitalter zu wahren, schützt die wirtschaftliche Grundlage von Designerinnen und Content-Creatoren.
👎 Besonders schlecht
Ich bin doch nicht arbeitsunwillig! Ich arbeite - aber manchmal kommen keine Aufträge. Genau dann bin ich allein. Die reden über Leute, die sich drücken, aber ich stehe gar nicht auf der Liste derer, um die sich der Staat kümmert.
Das Bürgerarbeitskonzept adressiert Leistungsempfänger, nicht Soloselbstständige, die in Auftragsflauten stecken. Mareike fällt aus diesem System heraus: Sie ist arbeitsfähig und will arbeiten, hat aber keinen staatlichen Schutz bei Flauten. Das Programm hat für ihre Situation keinen Ansatz.
Die KSK ist mein einziger Sicherheitsanker für Kranken- und Rentenversicherung. Wenn die Sozialabgaben gedeckelt werden und die KSK-Finanzierung darunter leidet - wer zahlt dann für mich? Das könnte das Ende der einzigen Absicherung bedeuten, die ich habe.
Ein Deckel auf Sozialabgaben kann die Finanzierungsbasis der Künstlersozialkasse (KSK) gefährden, die auf Arbeitgeberbeiträgen und Umlagen aufbaut. Für Mareike, die über die KSK kranken- und rentenversichert ist, wäre eine KSK-Schwächung existenziell bedrohlich.
Wenn ich krank werde, fällt mein Umsatz auf null. Wenn die Aufträge wegbleiben, ist da einfach nichts. Das Programm redet über Wirtschaftskraft und Unternehmertum, aber ich bin allein. Und für mich gibt es in diesem Programm keine Antwort.
Das CDU-Programm enthält keine einzige Maßnahme zur sozialen Absicherung von Soloselbstständigen: weder ein Krankengeld für Selbstständige noch verbesserte Altersvorsorgelösungen noch Schutz bei Auftragsausfall. Die Programm-Logik lautet, Wirtschaftswachstum sichere alle - was für Solo-Kreative strukturell nicht greift.