Claude Sonnet 4.6 vs Qwen 3.7 Max — Mareike (soloselbstständig) × Grüne
Zwei Modelle direkt nebeneinander — Δ zeigt, wie stark das Urteil vom Modell abhängt.
fiktive Persona – keine reale PersonDivergenz der Modelle: nahezu einig?
Die Grünen bieten Mareike als Soloselbstständige im Kreativbereich einige relevante Ansätze: Die starke Kulturförderungszusage (1,5 % des Landeshaushalts) und die geplante Beratungsstelle für Kulturschaffende adressieren ihren Alltag direkt. Der Ansatz zur Bürger*innenversicherung und Mutterschutz für Selbstständige zeigen echtes Bewusstsein für ihre Situation, sind aber meist nur als Bundesforderungen formuliert. Kritisch bleibt, dass die Sozialpolitik fast ausschließlich auf Arbeitnehmer ausgerichtet ist, Steuererleichterungen Selbstständige explizit ausschließen und die Kreativwirtschaft in der wirtschaftlichen Innovationsförderung kaum vorkommt.
👍 Besonders gut
Endlich jemand, der sagt: Kultur ist keine Kür, sondern Pflicht. Wenn das wirklich kommt, muss ich nicht mehr zittern, ob der nächste Auftrag wegbricht, weil die Fördergelder wieder gestrichen wurden.
Als Kreativschaffende ist Mareike direkt von Kulturförderung abhängig. Ein verbindliches Mindestbudget für Kultur würde die Projektförderung verlässlicher machen und die Auftragslage im Kreativbereich stabilisieren.
Ich verbringe Stunden mit Antragsformularen, die ich kaum verstehe – und am Ende kriege ich trotzdem eine Absage wegen Formalfehler. Wenn das wirklich einfacher wird, kann ich endlich wieder Zeit in die eigentliche Arbeit stecken.
Förderanträge sind für Soloselbstständige ohne Verwaltungsapparat oft eine enorme Belastung. Eine zentrale Beratungsstelle und vereinfachte Prozesse würden Mareikes Zugang zu Kulturförderung erheblich erleichtern.
Das ist genau das, was ich brauche. Gerade wenn die Aufträge schwanken, ist mein Krankenkassenbeitrag trotzdem fix und hoch. Ein echtes Solidarsystem würde das endlich gerechter machen.
Die Bürger*innenversicherung würde Mareike als Selbstständige dauerhaft in das gesetzliche Solidarsystem integrieren statt sie mit hohen und einkommensunabhängigen Krankenversicherungsbeiträgen allein zu lassen.
Kein Schutz wenn ich krank werde, kein Schutz wenn ich ein Kind bekomme – das fühlt sich an, als ob ich als Selbstständige einfach nicht zähle. Hier sagen die Grünen wenigstens mal etwas dazu.
Als Soloselbstständige hat Mareike keinen gesetzlichen Mutterschutz. Dieses Bekenntnis wäre für sie als Frau ein wichtiger Schritt hin zu gleichwertiger sozialer Absicherung wie für Angestellte.
✓ belegt S. 91: „„Mutterschutz auch für Selbstständige“" — Grüne-Wahlprogramm (beschlossen 09.05.2026) ↗
Ich bin mein eigenes Büro, meine eigene Buchhaltung, mein eigener Steuerkram. Wenn der Staat wirklich weniger Papierkram von mir verlangt, dann fühlt sich das nach echter Entlastung an.
Als Solo-Dienstleisterin ohne Bürokraft trifft Bürokratie Mareike besonders hart. Jede reduzierte Pflicht bedeutet für sie mehr Zeit für einkommensrelevante Arbeit.
👎 Besonders schlecht
Ausgerechnet die, die stundenlang Belege sammeln und Einnahmen-Überschuss-Rechnungen basteln, werden vergessen. Wer am kompliziertesten versteuert, braucht Vereinfachung am dringendsten – aber die kriegen mal wieder die anderen.
Diese Maßnahme adressiert explizit nur abhängig Beschäftigte und Rentner. Für Mareike als Selbstständige – die ohnehin die aufwändigsten Steuererklärungen hat – bedeutet das keine Entlastung, sondern das Weiterbestehen des Status quo.
Tarifverträge und Betriebsräte – alles gut und schön, aber hat nichts mit meiner Realität zu tun. Ich habe weder das eine noch das andere. Ich falle mal wieder durch alle Raster.
Das gesamte Kapitel zu Arbeit und sozialer Sicherheit richtet sich an Beschäftigte in festen Arbeitsverhältnissen. Die spezifischen Risiken von Solo-Selbstständigen – Einkommensschwankungen, Krankheitsausfall ohne Absicherung, fehlende Altersvorsorge – bleiben unadressiert.
Ständig heißt es, wir brauchen Innovation – aber gemeint sind immer Labore und Technologie-Start-ups, nicht Kreative wie ich. Dabei ist gutes Design und guter Content der Schmierstoff für all diese Technologien.
Die Förderstruktur für Innovation und wirtschaftliche Entwicklung schließt die Kreativ- und Kulturwirtschaft strukturell aus. Mareike als Designerin und Texterin findet sich in diesen auf Technologie ausgerichteten Förderprogrammen nicht wieder.
Mareike schätzt das klare Bekenntnis zur Kulturförderung als Daseinsvorsorge und den versprochenen Bürokratieabbau, da dies ihre tägliche Arbeitsrealität direkt entlastet. Gleichzeitig enttäuscht sie das Fehlen konkreter sozialpolitischer Antworten für Soloselbstständige und die Künstlersozialkasse, da das Programm 'gute Arbeit' fast ausschließlich aus der Perspektive klassischer Angestelltenverhältnisse denkt. Die starke Fokussierung der Wirtschaftsförderung auf klimarelevante Tech-Branchen lässt sie um den Zugang zu Mitteln für die klassische Kreativwirtschaft fürchten.
👍 Besonders gut
Wenn die Aufträge mal wieder wochenlang ausbleiben, fange ich keinen Schutz auf. Dass jetzt endlich über soziale Arbeitsmärkte und eine Bürgerversicherung für alle geredet wird, gibt mir die Hoffnung, dass ich im Notfall nicht komplett ins Leere falle.
Mareike lebt in der ständigen Angst, bei einer längeren Auftragsflaute oder Krankheit ohne Einkommen dazustehen und durch das soziale Raster zu fallen. Die Aussicht auf soziale Arbeitsmärkte als Auffangnetz und eine Bürgerversicherung, die auch Selbstständige und Kapitaleinkünfte einbezieht, trifft genau ihren Kernwunsch nach einer Absicherung jenseits der reinen Marktlogik.
Ich bin Ein-Frau-Unternehmen, keine Verwaltungsbehörde! Wenn ich für jeden Förderantrag und jede Meldung einen halben Tag opfern muss, fehlt mir die Zeit fürs eigentliche Geldverdienen. Eine App und weniger Papierkram wären ein echter Gamechanger.
Als Soloselbstständige verbringt Mareike unverhältnismäßig viel Zeit mit Steuererklärungen, KSK-Meldungen und Förderanträgen. Das Versprechen, Bürokratie abzubauen und digitale, zentralisierte Zugänge zu schaffen, resoniert stark mit ihrem Alltag, in dem jeder administrative Aufwand direkt von der bezahlten Projektarbeit abgeht.
Bei jedem leeren Haushaltstopf wird zuerst bei der Kultur gekürzt, als wären wir nur ein nettes Hobby. Dass hier klar gesagt wird: Kultur ist Daseinsvorsorge und Einsparungen gibt es mit uns nicht, ist für meine Branche ein echtes Überlebenssignal.
Mareikes Existenzgrundlage hängt direkt an der Kultur- und Kreativwirtschaft. Die klare Absage an Kürzungen und die Forderung nach einer gesetzlichen Verankerung der Kulturförderung als Daseinsvorsorge bestätigen ihre Haltung, dass kreative Arbeit systemrelevant ist und nicht bei jedem Haushaltsloch zur Disposition stehen darf.
Warum müssen Leute, die nur einen normalen Job haben, überhaupt noch diese komplizierten Formulare ausfüllen? Dass das Finanzamt das endlich automatisch macht, ist überfällig und entlastet Millionen Menschen vom selben Bürokratie-Mist, der mich täglich nervt.
Auch wenn Mareike als Selbstständige weiterhin Erklärungen abgeben muss, begrüßt sie die Entlastung von Normalarbeitnehmern. Es passt zu ihrer progressiven Grundhaltung und entlastet ihr Umfeld sowie potenzielle Auftraggeber von unnötigem Verwaltungsaufwand, was sie im Sinne einer modernen, digitalen Verwaltung absolut unterstützt.
Dieses ständige Hinterherrennen von Projektförderungen, die nur für drei Monate reichen, macht einen mürbe. Wenn die Freie Szene jetzt mehrjährige Verträge und verlässliche Basisförderungen bekommt, können wir endlich planen, statt nur zu überleben.
Mehrjährige Förderverträge und die Aufstockung der Mittel für die Freie Szene bedeuten für Mareike und ihr Netzwerk verlässlichere Auftraggeber und weniger prekäre Projektfinanzierungen. Die strukturelle Stärkung der Soziokultur sichert das Ökosystem, in dem sie als Kreative arbeitet.
👎 Besonders schlecht
Ich lese hier seitenlang von Tarifverträgen und Betriebsräten – super für Angestellte! Aber ich bin soloselbstständig. Wenn ich krank bin oder die KSK unter Druck gerät, bin ich komplett nackt. Dass meine Realität in der 'Gute Arbeit'-Strategie einfach ignoriert wird, fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht.
Mareikes größte existenzielle Sorge ist die fehlende Absicherung bei Krankheit oder im Alter als Soloselbstständige in der KSK. Dass das Programm 'gute Arbeit' fast ausschließlich über Tarifverträge, Betriebsräte und klassische Angestelltenverhältnisse definiert und die spezifische Prekarität der Solo-Selbstständigkeit sowie den Schutz der KSK mit keinem Wort erwähnt, enttäuscht sie zutiefst.
Klar, Klimaschutz ist wichtig. Aber wenn ich als Designerin oder Texterin mal einen Zuschuss für neue Software oder ein Studio brauche, werde ich doch nicht nach meinem CO2-Fußabdruck gefragt! Ich habe Angst, dass das ganze Fördergeld nur noch an Tech-Startups und Öko-Industrie geht und wir Kreativen wieder leer ausgehen.
Mareike befürwortet Klimaschutz, sieht aber die Gefahr, dass Fördermittel für die Kreativ- und Digitalwirtschaft abgezweigt oder an Hürden geknüpft werden, die für eine Solo-Designerin irrelevant oder unerfüllbar sind. Wenn 'GreenInvest' und CO2-Neutralität die einzigen Maßstäbe für Wirtschaftsförderung werden, fällt die klassische Kreativwirtschaft oft durchs Raster.
Wenn die Stadt ein neues Logo oder eine Kampagne braucht, wird oft der billigste Freelancer genommen, statt auf faire Honorare zu achten. Dass hier nur von 'fairen Löhnen' bei Baufirmen die Rede ist, aber öffentliche Auftraggeber uns Kreative weiterhin mit Dumping-Honoraren abspeisen dürfen, ist ein echtes Versäumnis.
Öffentliche Auftraggeber sind für Mareike oft wichtige Kunden. Dass das Tariftreuegesetz hier primär auf klassische Gewerke und Löhne abzielt, aber keine Mindesthonorare oder faire Vergütungsstandards für freiberufliche kreative Dienstleistungen (Design, Text, Konzeption) bei öffentlichen Ausschreibungen fordert, lässt ihr spezifisches Honorar-Problem ungelöst.