Claude Sonnet 4.6 vs Qwen 3.7 Max — Mareike (soloselbstständig) × FDP
Zwei Modelle direkt nebeneinander — Δ zeigt, wie stark das Urteil vom Modell abhängt.
fiktive Persona – keine reale PersonDivergenz der Modelle: Konsens?
Das FDP-Wahlprogramm bietet Mareike als Soloselbstständiger im Kreativbereich einige konkrete Entlastungsversprechen: Bürokratieabbau, Einkommensteuersenkung und die explizite Gleichbehandlung von Freiberuflern bei der Aktivrente sind relevante Punkte. Gleichzeitig fehlen spezifische Maßnahmen für die soziale Absicherung von Soloselbstständigen vollständig – weder die Künstlersozialkasse noch ein Krankengeld für Selbstständige oder eine verbesserte Altersvorsorge werden adressiert. Das ideologische Leitprinzip 'mehr Eigenverantwortung statt staatlicher Fürsorge' steht in direktem Widerspruch zu Mareiakes Lebenssituation, in der fehlende Rücklagen und schwankendes Einkommen existenzielle Risiken bedeuten. Insgesamt überwiegen für sie die Defizite bei den drängendsten Absicherungsproblemen gegenüber den partiell positiven Entlastungsversprechen.
👍 Besonders gut
Ja, genau das meine ich! Ich verbringe Stunden mit Formularen, die nichts mit meiner eigentlichen Arbeit zu tun haben. Wenn das wirklich besser wird, wäre das eine riesige Erleichterung.
Mareike leidet unter dem erheblichen bürokratischen Aufwand als Soloselbstständige ohne eigene Verwaltungskapazität. Die FDP benennt das Problem konkret und adressiert Gründerinnen explizit als Zielgruppe der Entlastung. Bürokratieabbau würde ihr direkt mehr Zeit und Energie für kreative Arbeit verschaffen.
Von meinem Einkommen bleibt nach Steuern, KSK-Beiträgen und Krankenversicherung oft wenig übrig. Wenn die Einkommensteuer wirklich sinkt, könnte ich endlich etwas für schlechte Zeiten zurücklegen.
Als Soloselbstständige zahlt Mareike Einkommensteuer auf ihr schwankendes Einkommen ohne die Möglichkeit, Verluste bequem mit einem Arbeitgeber auszugleichen. Eine Senkung würde ihr in ertragreichen Jahren mehr Spielraum für Rücklagen und Altersvorsorge lassen, die sie mangels Pflichtversicherung selbst aufbauen muss.
Das höre ich zum ersten Mal von einer Partei – normalerweise werden wir Freiberuflerinnen bei solchen Regelungen einfach vergessen. Wenn ich im Alter noch Aufträge annehme und das steuerfrei sein soll, würde das tatsächlich helfen.
Mareike sorgt sich angesichts dünner Altersvorsorge besonders um ihre finanzielle Situation im Alter. Die FDP adressiert explizit die Benachteiligung von Selbstständigen und Freiberuflern bei der Aktivrente – eine der wenigen Stellen im Programm, wo Soloselbstständige als eigenständige Gruppe benannt werden.
Stimmt, ich zahle den Beitrag privat und nochmal fürs Büro – das nervt. Nicht viel Geld, aber es zeigt, dass die FDP zumindest manche unsichtbaren Belastungen von uns Selbstständigen kennt.
Als Soloselbstständige zahlt Mareike den Rundfunkbeitrag privat und zusätzlich für ihre gewerbliche Tätigkeit. Die Abschaffung dieser Doppelbelastung wäre eine konkrete – wenn auch kleine – finanzielle Entlastung und signalisiert, dass die FDP kleinteilige Mehrbelastungen von Selbstständigen wahrnimmt.
Gut, dass die Kreativwirtschaft überhaupt als Wirtschaftsbereich vorkommt. Meistens wird dabei nur an Festivals gedacht, nicht an Leute wie mich. Was konkret für uns Soloselbstständige geplant ist, bleibt leider im Dunkeln.
Mareike arbeitet im Kreativ- und Digitalbereich. Dass die FDP Kreativwirtschaft explizit als Standortfaktor benennt, ist eine Anerkennung des Sektors. Konkrete Maßnahmen für Soloselbstständige in der Kreativwirtschaft fehlen jedoch, der Fokus liegt eher auf größeren Institutionen und Veranstaltungen.
👎 Besonders schlecht
Das klingt toll, wenn man Rücklagen hat. Ich habe keine. Wenn ich krank werde oder die Aufträge wegbrechen, fängt mich niemand auf. Mehr Eigenverantwortung bedeutet für mich konkret: mehr Unsicherheit.
Mareike benötigt als Soloselbstständige ohne Rücklagen bei Krankheit oder Auftragsflaute genau jene sozialen Schutznetze, die die FDP als Fürsorge und Bevormundung einordnet. Das programmatische Leitprinzip steht dem Schutzbedarf von Soloselbstständigen strukturell entgegen und schließt eine Verbesserung ihrer Absicherungslage nahezu aus.
Ich beziehe keine staatliche Hilfe und will das auch nicht. Aber wenn ich einen Monat krank bin und nicht arbeiten kann, habe ich kein Einkommen. Das ist das Problem – und davon steht hier nichts.
Das Programm enthält kein Angebot zur Verbesserung der sozialen Absicherung von Soloselbstständigen bei Krankheit, Auftragsflaute oder im Alter. Das Fördern-und-Fordern-Prinzip ist auf abhängig Beschäftigte oder Transferleistungsbeziehende ausgerichtet, nicht auf Kreativschaffende, die keine staatliche Unterstützung beziehen, aber auch keine ausreichende Eigenabsicherung aufbauen können.
Die KSK kommt im ganzen Programm nicht vor. Das ist das einzige, was mir als Kreative eine halbwegs bezahlbare Kranken- und Rentenversicherung ermöglicht. Wenn die FDP dazu schweigt, ist das für mich kein gutes Zeichen.
Mareike ist auf die Künstlersozialkasse als zentrales Absicherungsinstrument angewiesen. Das FDP-Programm erwähnt die KSK mit keinem Wort und lässt offen, wie Soloselbstständige in der Kreativwirtschaft konkret gestärkt werden sollen. Der Fokus auf Eigeneinnahmen und Wirtschaftlichkeit trifft Kreativschaffende mit strukturell schwankendem Einkommen besonders hart.
Wenn alle Programme auf den Prüfstand kommen, sind Kulturfördertöpfe erfahrungsgemäß die Ersten, die gestrichen werden. Das trifft dann meine Auftraggeber und damit meine Aufträge – und damit mein Einkommen.
Kulturförderprogramme sind im FDP-Sparkonzept nicht ausdrücklich geschützt. Die konsequente Effizienzprüfung aller Förderprogramme kann zu Kürzungen im Kulturbereich führen, was Auftraggeber von Mareike – Kultureinrichtungen, Festivals, kreative Projekte – direkt träfe und damit mittelbar ihre Auftragslage verschlechtern würde.
Mareike findet bei der FDP starke Impulse für Bürokratieabbau und digitale Verwaltung, die ihren Alltag als Soloselbstständige konkret erleichtern würden. Auch die Anerkennung der Kreativwirtschaft als Wirtschaftsfaktor und steuerliche Entlastungen bei Mehrarbeit sprechen sie an. Gleichzeitig stößt sie sich fundamental an der liberalen Betonung von Eigenverantwortung und privater Vorsorge – genau dort, wo sie als Kreative mit schwankendem Einkommen durch jedes soziale Raster fällt. Die harte Sanktionslogik beim Bürgergeld und die Rhetorik von 'Fehlanreizen' empfindet sie als Bedrohung ihrer eigenen prekären Existenz.
👍 Besonders gut
Ich verbringe Stunden mit Formularen, die für Konzerne gemacht sind – nicht für mich allein am Küchentisch. Wenn das wirklich weniger wird, kann ich endlich wieder arbeiten statt verwalten.
Mareike empfindet den bürokratischen Aufwand für ihre Ein-Frau-Operation als völlig unverhältnismäßig. Die Aussicht auf weniger Berichtspflichten und schnellere Verfahren trifft genau ihren Schmerzpunkt im Alltag zwischen Akquise und Buchhaltung.
Endlich sagt mal jemand, dass wir Kreativen nicht nur 'schön' sind, sondern auch Wirtschaft. Ich zahle Steuern, ich schaffe Werte – ich bin kein Hobby.
Mareike fühlt sich mit ihrer kreativen Arbeit oft nicht als echte Wirtschaftsakteurin wahrgenommen. Dass die FDP die Kreativwirtschaft explizit als ökonomischen Faktor und Jobmotor anerkennt, bestätigt ihr Selbstverständnis als Unternehmerin.
Ich mache alles digital – meine Projekte, meine Rechnungen, meine Kunden. Nur das Finanzamt schickt mir noch Briefe. Das muss endlich aufhören.
Als digital affine Soloselbstständige erwartet Mareike von Behörden dieselbe Effizienz wie von ihren eigenen Tools. Die Aussicht auf vollständig digitale, nachvollziehbare Verwaltungsprozesse ohne Papier und Medienbrüche entspricht ihrem Arbeitsalltag.
Wenn ich im guten Monat 60 Stunden reinbrenne, damit ich im schlechten überlebe, will ich nicht auch noch die Hälfte davon ans Finanzamt abdrücken.
In guten Monaten arbeitet Mareike weit über 40 Stunden, um für die Flaute vorzusorgen. Eine Steuerbefreiung für Mehrarbeit würde ihr direkt mehr finanziellen Spielraum geben und ihre schwankende Einkommenssituation etwas abfedern.
Am Anfang hätte ich jemanden gebraucht, der mir sagt, was ich wann wo einreichen muss – statt mich durch zehn verschiedene Ämter zu wühlen.
Mareike hat sich ohne institutionelle Unterstützung selbstständig gemacht und kennt das Gefühl, mit allen Anträgen allein gelassen zu sein. Eine zentrale Anlaufstelle und die Befreiung von Zwangsmitgliedschaften und Dokumentationspflichten in den Anfangsjahren würde ihr konkret helfen.
👎 Besonders schlecht
Ich bin eine schlechte Grippe und zwei abgesagte Projekte davon entfernt, selbst beim Jobcenter zu sitzen. Und dann soll ich zur 'Bürgerarbeit' gezwungen werden? Das ist doch keine Perspektive, das ist Demütigung.
Mareike weiß, wie schnell man zwischen die Räder geraten kann – eine Auftragsflaute, eine Krankheit, und sie selbst könnte auf Grundsicherung angewiesen sein. Die harte Sanktionslogik und Arbeitspflicht empfindet sie als Bedrohung und Stigmatisierung von Menschen in prekären Lagen, zu denen sie sich selbst zählt.
Kapitalgedeckt? Wovon denn? In den Monaten, wo nichts reinkommt, kann ich nicht mal meine Krankenversicherung locker machen. 'Eigenverantwortung' ist ein Luxuswort für Leute mit festem Gehalt.
Mareike hat kaum Rücklagen und keine betriebliche Altersvorsorge. Der Verweis auf Eigenverantwortung und private Kapitaldeckung trifft sie an ihrer verwundbarsten Stelle: Sie kann schlicht nicht privat vorsorgen, wenn das Einkommen schwankt und die KSK-Beiträge schon am Limit sind.
Klar, ich will auch wirtschaftlich arbeiten. Aber wenn jedes Kulturprojekt sich selbst tragen muss, können wir gleich zu – dann bleibt nur noch Kommerz. Wer fördert das Experimentelle, das Kleine, das Neue?
Mareike kennt die Realität der Kreativszene: Viele Projekte tragen sich nicht rein marktwirtschaftlich. Die Betonung von Eigeneinnahmen und wirtschaftlichem Handeln klingt für sie nach einem schleichenden Rückzug des Staates aus der Kulturförderung, der ihre Existenzgrundlage bedroht.
Ich höre Deutschlandfunk, ich gucke Arte – das ist mein Fenster zur Welt. Wenn der ÖRR immer weiter zusammengestrichen wird, wer macht dann noch Qualitätsjournalismus und Kultur?
Als Mediennutzerin und Kreative, die auf vielfältige, unabhängige Berichterstattung und Kultursendungen angewiesen ist, sieht Mareike die Schwächung des ÖRR mit Sorge. Die Beitragsstreichung für Unternehmen und die Reduktion des Programmauftrags deuten für sie auf eine Ausdünnung hin, die auch kulturelle Inhalte trifft.
Erwartungshaltung? Ich erwarte, dass ich nicht in die Armut rutsche, wenn ich mal drei Monate krank bin. Ist das zu viel verlangt? Dieses Gerede von 'Fehlanreizen' trifft immer die Falschen.
Mareike empfindet die Rhetorik von 'Fehlanreizen' und 'Erwartungshaltungen' als pauschales Misstrauen gegenüber Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Sie selbst bewegt sich in einem System ohne Sicherheitsnetz und wünscht sich mehr, nicht weniger soziale Absicherung.
Wenn alles privatisiert wird, was passiert dann mit den städtischen Bühnen, den Kulturhäusern, den Atelierflächen? Der Markt interessiert sich nicht für Nischen – der will Rendite.
Mareike befürchtet, dass eine umfassende Privatisierung auch kulturelle Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen betreffen könnte, von denen die Kreativszene abhängt. Die reine Marktlogik ohne Rücksicht auf Gemeinwohlleistungen bedroht aus ihrer Sicht die Grundlagen ihres Ökosystems.