Claude Opus 4.8 vs Claude Sonnet 4.6 — Mareike (soloselbstständig) × FDP
Zwei Modelle direkt nebeneinander — Δ zeigt, wie stark das Urteil vom Modell abhängt.
fiktive Persona – keine reale PersonDivergenz der Modelle: nahezu einig?
Die FDP bedient Mareikes unternehmerische Seite stark: One-Stop-Agency, Entlastung junger Betriebe, ausdrückliche Gleichbehandlung Selbstständiger und durchgehend digitale Verwaltung. Doch bei ihrer Kernsorge, der sozialen Absicherung, setzt sie auf private Vorsorge und einen aktivierenden, sanktionsbetonten Sozialstaat, was Mareikes prekäre Lage kaum auffängt. Für sie ein echtes Zwiespalt-Programm.
👍 Besonders gut
Statt mich durch fünf Ämter zu telefonieren, eine Stelle, die mich begleitet. Das würde meinen Alltag entlasten.
Eine zentrale Anlaufstelle, die Verfahren bündelt, entlastet Mareike, die zwischen zersplitterten Zuständigkeiten allein navigieren muss.
Zwangsbeiträge und Fragebögen fressen mein Geld und meine Zeit. Weniger davon hieße mehr Luft für die eigentliche Arbeit.
Weniger Pflichtmitgliedschaften und Meldepflichten senken die Fixkosten und den Aufwand, die Mareike als Kleinste besonders spürt.
Immer bin ich die Ausnahme, die leer ausgeht. Dass Selbstständige mal ausdrücklich gleichgestellt werden sollen, gefällt mir.
Die Forderung, Selbstständige nicht schlechter zu stellen, greift Mareikes Erfahrung auf, steuerlich oft zwischen den Kategorien zu fallen.
Papierlos vom Antrag bis zum Bescheid, so arbeite ich sowieso. Das nimmt mir echten Reibungsverlust.
Ein durchgehend digitaler Behördenweg passt exakt zur digital-affinen Arbeitsweise der Soloselbstständigen.
👎 Besonders schlecht
Privat vorsorgen klingt gut, wenn Geld übrig ist. Bei mir ist am Monatsende oft nichts da, das ich zurücklegen könnte.
Ein Kurs auf private Vorsorge setzt Rücklagen voraus, die Mareike bei schwankendem Einkommen kaum bilden kann; ihre Altersvorsorge bleibt ungelöst.
Wenn die Aufträge wegbleiben, will ich kein Misstrauen, sondern ein Netz. Dieses Fördern-und-Fordern lässt mich zittern.
In Auftragsflauten braucht Mareike ein verlässliches Netz; eine primär auf Aktivierung und Sanktion angelegte Sozialpolitik wirkt für sie unsicher.
Das FDP-Wahlprogramm bietet Mareike als Soloselbstständiger im Kreativbereich einige konkrete Entlastungsversprechen: Bürokratieabbau, Einkommensteuersenkung und die explizite Gleichbehandlung von Freiberuflern bei der Aktivrente sind relevante Punkte. Gleichzeitig fehlen spezifische Maßnahmen für die soziale Absicherung von Soloselbstständigen vollständig – weder die Künstlersozialkasse noch ein Krankengeld für Selbstständige oder eine verbesserte Altersvorsorge werden adressiert. Das ideologische Leitprinzip 'mehr Eigenverantwortung statt staatlicher Fürsorge' steht in direktem Widerspruch zu Mareiakes Lebenssituation, in der fehlende Rücklagen und schwankendes Einkommen existenzielle Risiken bedeuten. Insgesamt überwiegen für sie die Defizite bei den drängendsten Absicherungsproblemen gegenüber den partiell positiven Entlastungsversprechen.
👍 Besonders gut
Ja, genau das meine ich! Ich verbringe Stunden mit Formularen, die nichts mit meiner eigentlichen Arbeit zu tun haben. Wenn das wirklich besser wird, wäre das eine riesige Erleichterung.
Mareike leidet unter dem erheblichen bürokratischen Aufwand als Soloselbstständige ohne eigene Verwaltungskapazität. Die FDP benennt das Problem konkret und adressiert Gründerinnen explizit als Zielgruppe der Entlastung. Bürokratieabbau würde ihr direkt mehr Zeit und Energie für kreative Arbeit verschaffen.
Von meinem Einkommen bleibt nach Steuern, KSK-Beiträgen und Krankenversicherung oft wenig übrig. Wenn die Einkommensteuer wirklich sinkt, könnte ich endlich etwas für schlechte Zeiten zurücklegen.
Als Soloselbstständige zahlt Mareike Einkommensteuer auf ihr schwankendes Einkommen ohne die Möglichkeit, Verluste bequem mit einem Arbeitgeber auszugleichen. Eine Senkung würde ihr in ertragreichen Jahren mehr Spielraum für Rücklagen und Altersvorsorge lassen, die sie mangels Pflichtversicherung selbst aufbauen muss.
Das höre ich zum ersten Mal von einer Partei – normalerweise werden wir Freiberuflerinnen bei solchen Regelungen einfach vergessen. Wenn ich im Alter noch Aufträge annehme und das steuerfrei sein soll, würde das tatsächlich helfen.
Mareike sorgt sich angesichts dünner Altersvorsorge besonders um ihre finanzielle Situation im Alter. Die FDP adressiert explizit die Benachteiligung von Selbstständigen und Freiberuflern bei der Aktivrente – eine der wenigen Stellen im Programm, wo Soloselbstständige als eigenständige Gruppe benannt werden.
Stimmt, ich zahle den Beitrag privat und nochmal fürs Büro – das nervt. Nicht viel Geld, aber es zeigt, dass die FDP zumindest manche unsichtbaren Belastungen von uns Selbstständigen kennt.
Als Soloselbstständige zahlt Mareike den Rundfunkbeitrag privat und zusätzlich für ihre gewerbliche Tätigkeit. Die Abschaffung dieser Doppelbelastung wäre eine konkrete – wenn auch kleine – finanzielle Entlastung und signalisiert, dass die FDP kleinteilige Mehrbelastungen von Selbstständigen wahrnimmt.
Gut, dass die Kreativwirtschaft überhaupt als Wirtschaftsbereich vorkommt. Meistens wird dabei nur an Festivals gedacht, nicht an Leute wie mich. Was konkret für uns Soloselbstständige geplant ist, bleibt leider im Dunkeln.
Mareike arbeitet im Kreativ- und Digitalbereich. Dass die FDP Kreativwirtschaft explizit als Standortfaktor benennt, ist eine Anerkennung des Sektors. Konkrete Maßnahmen für Soloselbstständige in der Kreativwirtschaft fehlen jedoch, der Fokus liegt eher auf größeren Institutionen und Veranstaltungen.
👎 Besonders schlecht
Das klingt toll, wenn man Rücklagen hat. Ich habe keine. Wenn ich krank werde oder die Aufträge wegbrechen, fängt mich niemand auf. Mehr Eigenverantwortung bedeutet für mich konkret: mehr Unsicherheit.
Mareike benötigt als Soloselbstständige ohne Rücklagen bei Krankheit oder Auftragsflaute genau jene sozialen Schutznetze, die die FDP als Fürsorge und Bevormundung einordnet. Das programmatische Leitprinzip steht dem Schutzbedarf von Soloselbstständigen strukturell entgegen und schließt eine Verbesserung ihrer Absicherungslage nahezu aus.
Ich beziehe keine staatliche Hilfe und will das auch nicht. Aber wenn ich einen Monat krank bin und nicht arbeiten kann, habe ich kein Einkommen. Das ist das Problem – und davon steht hier nichts.
Das Programm enthält kein Angebot zur Verbesserung der sozialen Absicherung von Soloselbstständigen bei Krankheit, Auftragsflaute oder im Alter. Das Fördern-und-Fordern-Prinzip ist auf abhängig Beschäftigte oder Transferleistungsbeziehende ausgerichtet, nicht auf Kreativschaffende, die keine staatliche Unterstützung beziehen, aber auch keine ausreichende Eigenabsicherung aufbauen können.
Die KSK kommt im ganzen Programm nicht vor. Das ist das einzige, was mir als Kreative eine halbwegs bezahlbare Kranken- und Rentenversicherung ermöglicht. Wenn die FDP dazu schweigt, ist das für mich kein gutes Zeichen.
Mareike ist auf die Künstlersozialkasse als zentrales Absicherungsinstrument angewiesen. Das FDP-Programm erwähnt die KSK mit keinem Wort und lässt offen, wie Soloselbstständige in der Kreativwirtschaft konkret gestärkt werden sollen. Der Fokus auf Eigeneinnahmen und Wirtschaftlichkeit trifft Kreativschaffende mit strukturell schwankendem Einkommen besonders hart.
Wenn alle Programme auf den Prüfstand kommen, sind Kulturfördertöpfe erfahrungsgemäß die Ersten, die gestrichen werden. Das trifft dann meine Auftraggeber und damit meine Aufträge – und damit mein Einkommen.
Kulturförderprogramme sind im FDP-Sparkonzept nicht ausdrücklich geschützt. Die konsequente Effizienzprüfung aller Förderprogramme kann zu Kürzungen im Kulturbereich führen, was Auftraggeber von Mareike – Kultureinrichtungen, Festivals, kreative Projekte – direkt träfe und damit mittelbar ihre Auftragslage verschlechtern würde.